Acht strategische Partnerschaften mit internationalen Hochschulen werden vom Rektorat der Fachhochschule Dortmund künftig besonders unterstützt. Das Ziel: langfristige und fest verankerte Kooperationen in Lehre, Forschung und Organisation.
Eine dieser Partnerschaften besteht mit dem RV College of Engineering in Indien. Vertreter der Hochschule waren kürzlich in Dortmund an der FH, um die Zusammenarbeit für Forschende und Studierende weiter zu stärken: etwa durch gemeinsame Projekte, Austauschprogramme oder Doppel-Abschluss-Möglichkeiten. „Letzteres ist für internationale Studierenden wichtig, um leichter auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagt Prof. Dr. Stephan Weyers, Prorektor für Lehre, Studium und Internationales an der FH. Die Hochschule leiste mit diesem Angebot auch einen wichtigen Beitrag, um dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen.
„Die strategischen Partnerschaften an der Fachhochschule Dortmund sind zentraler Bestandteil unserer Internationalisierungsstrategie“, betont Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel. Internationale Sichtbarkeit erhöhen und gemeinsam globale Herausforderungen zu adressieren sei der Kern-Gedanke. „Wichtig ist uns, dass diese Partnerschaften nicht von Einzelpersonen, sondern von mehreren Fachbereichen getragen werden und sowohl Lehre als auch Forschung umfassen.“ Dafür werden je ein Mitglied des Rektorats und das International Office der FH Dortmund diese acht Partnerschaften eng begleiten. Aktuell zählen zu den strategischen Partnern fünf Hochschulen in Europa, zwei in Indien und eine in Kolumbien:
Liste der Strategischen Partnerschaften
Delegationsreise nach Medellín
Prorektor Stephan Weyers räumt ein: „Die Universität in Medellín ist sicherlich der Exot unter unseren strategischen Partnern.“ Zugleich bestehe eine langjährige Zusammenarbeit mit der Hochschule, die zuletzt auch strukturelle und personelle Umbrüche an der kolumbianischen Universität gut überstanden habe. „Ein Vorbild für unsere anderen Partnerschaften“, so Prof. Weyers. Lateinamerika sei zudem eine spannende und wirtschaftlich aufstrebende Region mit großem Entwicklungspotenzial und zahlreichen Anknüpfungspunkten.
Davon konnten er sich bei einer Delegationsreise im März 2025 nach Medellín persönlich überzeugen. Begleitet wurden Tamara Appel und Stephan Weyers dabei auch von Martin von der Pütten, als Chief International an Diplomacy Officer bei der Stadt Dortmund verantwortlich für internationalen Beziehungen. „Die Transformation von Medellín ist faszinierend“, berichtet Stephan Weyers. Die Stadt galt in den 80er- und 90er-Jahren als eine der gefährlichsten der Welt. Inzwischen ist sie ein Vorzeigemodell für Entwicklung und Innovationen in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Nachhaltigkeit. „Stabile Partnerschaften aus dem vom Strukturwandel geprägten Ruhrgebiet in Transformationsregionen wie beispielsweise Medellín in Kolumbien bieten allen Beteiligten neue Chancen“, so Prorektor Weyers. Vor Ort wurde unter anderem der bestehende Kooperationsvertrag mit dem Fachbereich Wirtschaft auf die Fachbereiche Architektur, Design, Informatik, Maschinenbau und Informationstechnik ausgeweitet.
Wissenschaft verbindet
Die Möglichkeiten der Kooperation sind vielfältig. Neben Double-Degrees gibt es bereits eine Reihe niederschwelliger Angebote der internationalen Lehre. Etwa die sogenannten „Language Team Tasks“, bei denen Studierende der FH Dortmund und internationalen Partnerschulen gemeinsam eine Videodiskussion vorbereiten und durchführen. Dabei werden nicht nur Sprachkompetenzen gestärkt, sondern auch internationale Zusammenarbeit erlernt – etwa die Koordination von Terminen über Zeitzonen hinweg und die Kommunikation mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. „Diese Erfahrungen sind ein echtes Plus für unsere Studierenden, gerade wenn sie an Jobs bei internationalen Firmen interessiert sind“, betont Stephan Weyers. Besonders deutlich werde das zum Beispiel bei den „Cross-Border-Projekten“. Hier arbeiten international besetzte Studierenden-Teams ein Semester lang an konkreten Aufgaben von Firmen und entwickeln praxisnah neue Lösungsansätze.
Parallel dazu laufen bereits mehrere Forschungsprojekte mit internationalen Partnern. Auch sie sollen in den strategischen Partnerschaften gestärkt und ausgebaut werden. „Globale Herausforderungen benötigen internationale Lösungsansätze“, betont Rektorin Tamara Appel. Insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit und digitale Transformation brauche es keine nationalen Insellösungen. Mit den strategischen Partnerschaften setzt die FH Dortmund einen klaren Fokus in der internationalen Zusammenarbeit und fördert nachhaltig den akademischen Austausch. Dieser wissenschaftliche Dialog baue Brücken und trage zur Friedensbildung bei, so die Rektorin. In gemeinsamer Zusammenarbeit lassen sich Grenzen und Unterschiede überwinden.