Direkte Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Werkzeugtechnologie sammelten zehn Studierende, Auszubildende und Mitarbeitende des Fachbereichs Maschinenbau bei einer Fortbildung beim Unternehmen Emuge-Franken in der Nähe von Nürnberg.
Fünf Studierende und zwei Auszubildende begleiteten Prof. Dr. Stefan Hesterberg und zwei Mitarbeitende des fertigungstechnischen Labors und der mechanischen Werkstatt der FH Dortmund auf der dreitägigen Reise. Emuge-Franken, Hersteller von Gewinde-, Bohr- und Fräswerkzeugen sowie Spanntechnik, bot dem gesamten Fertigungsteam eine anwendungsorientierte Produktschulung an seinen Standorten in Lauf an der Pegnitz und Rückersdorf.
Studium direkt an der Quelle
Themen der Schulung: Einsatzmöglichkeiten und -grenzen von Vollhartmetall-Fräswerkzeugen sowie deren Herstellung im Werk. Üblicherweise stellen Unternehmen ihre neuen Produkte auf Messen oder bei Besuchen im Fertigungslabor der FH Dortmund vor. Diese Schulung auf dem Werksgelände des Kooperationspartners der FH Dortmund bot erstmals die Gelegenheit, die Produkte direkt an der Quelle kennenzulernen.
Für die Rückfahrt hatte Prof. Hesterberg eine Werksführung bei der Firma Otto Fuchs in Meinerzhagen organisiert. Das Unternehmen stellt neben Premium-Autofelgen zahlreiche Bauteile für die Luftfahrt aus Aluminium-, Titan- und Nickelbasislegierungen her. Die Teilnehmenden erlebten zahlreiche Fertigungsverfahren in realen industriellen Abläufen: zum Beispiel Stranggießen, Strangpressen, Ringwalzen, Drückwalzen, Gesenkschmieden, Freiformschmieden. „Otto Fuchs bildet geradezu ein Lehrbuch der Fertigungstechnik in der Praxis ab“, fasst Prof. Hesterberg zusammen.
Nicht nur nebenbei: Netzwerken
Für die Studierenden ergaben sich exklusive Möglichkeiten zum Netzwerken mit Industriepartnern. Vom Personalmarketing der Unternehmen lernten sie die konkreten Angebote für Praxissemester, Werkstudierendentätigkeiten und Abschlussarbeits-Kooperationen kennen und erfuhren, wie sie nach dem Studium ins Unternehmen einsteigen könnten.
So ein Zugriff auf brandaktuelle Forschung und Entwicklungsprojekte der Industrie in den Bereichen Beschichtungstechnik, Schneidkantengestaltung und Medizintechnik erlaube Studierenden wertvolle Einblicke, hebt Prof. Hesterberg hervor: „Sie können hier Werkzeuge erproben, bevor sie am Markt verfügbar werden.“
Auch die Auszubildenden haben sich ein neues Ziel gesetzt: Sie meldeten sich als Team beim Wettbewerb „Mind Meets Metal“ der Firma Emuge-Franken an. Bis September wollen sie einen Fertigungsvorschlag entwickeln und auf der Leitmesse AMB in Stuttgart präsentieren.