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Science meets Fiction

„Futur Drei“ – Perspektiven auf Queerness, Migration und Zugehörigkeit

Veröffentlicht

Am 15. September 2026 fand in der Schauburg Dortmund der zweite Abend der Reihe „Science meets Fiction – Film & Reflexion“ statt. Gezeigt wurde der Film „Futur Drei“, der anschließend gemeinsam mit Alexis Rodríguez Suárez sozialwissenschaftlich analysiert und mit dem Publikum diskutiert wurde. Die Moderation übernahm Loris Wissel von Sunrise Dortmund.

"Science meets Fiction - Film & Reflexion" ist ein Projekt vom Prof.in Dr. Emra Ilgün-Birhimeoğlu (Öffnet in einem neuen Tab)  und Prof. Dierk Borstel (Öffnet in einem neuen Tab)  im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften (Öffnet in einem neuen Tab) . Es wird in Kooperation mit dem Sunrise Dortmund (Öffnet in einem neuen Tab)  realisiert. 

Loris Wissel (links) im Gespräch mit Alexis Rodríguez Suárez

Good mirrors are not cheap

Ein zentraler Ausgangspunkt des Gesprächs war die Frage, was sich verändert, wenn Geschichten von Menschen erzählt werden, die selbst über entsprechende Erfahrungen und Positionierungen verfügen. Daran anschließend wurden unter anderem Queerfeindlichkeit, Rassismus, Migration, Intersektionalität, Jugend und Zukunft, hybride Identitäten und Zugehörigkeiten sowie Prozesse der Selbst- und Fremdwahrnehmung diskutiert.

Alexis Rodríguez Suárez brachte in diesem Zusammenhang einen Gedanken von Audre Lorde in die Diskussion ein: „Good mirrors are not cheap.“

Ein Film ist kein einfacher oder neutraler Spiegel gesellschaftlicher Realität. Er entscheidet mit darüber, wer sichtbar wird, wer sprechen kann, aus welcher Perspektive eine Geschichte erzählt wird und welche Erfahrungen als selbstverständlich oder als „anders“ markiert werden.

Für die Filmanalyse war dieser Gedanke besonders anschlussfähig. Ein Film ist kein einfacher oder neutraler Spiegel gesellschaftlicher Realität. Er entscheidet mit darüber, wer sichtbar wird, wer sprechen kann, aus welcher Perspektive eine Geschichte erzählt wird und welche Erfahrungen als selbstverständlich oder als „anders“ markiert werden.

Gerade Futur Drei eröffnete hier einen produktiven Zugang. Der Film zeigt Migration, queeres Leben, Familie und Zugehörigkeit nicht ausschließlich aus einer Außenperspektive, sondern macht die Spannung zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung selbst zum Gegenstand. Damit ließ sich im Gespräch gut herausarbeiten, wie gesellschaftliche Markierungen entstehen, wie verschiedene Zugehörigkeiten gleichzeitig gelebt werden und wie sich unterschiedliche Diskriminierungs- und Ungleichheitserfahrungen überschneiden.

Das Zitat von Audre Lorde lässt sich dabei auch als Hinweis darauf lesen, dass gute Repräsentation nicht selbstverständlich ist: Ein „guter Spiegel“ muss Perspektiven ernst nehmen, Ambivalenzen sichtbar machen und darf gesellschaftliche Verhältnisse nicht einfach verzerrt reproduzieren. Genau diese Frage – wie Filme gesellschaftliche Wirklichkeit darstellen und welche Perspektiven sie dabei eröffnen oder begrenzen – steht im Zentrum von Science meets Fiction.

Wir bedanken uns bei Alexis Rodríguez Suárez, Loris Wissel und allen Teilnehmenden für das engagierte und offene Gespräch.

Dritter Termin der Reihe "Science meets Fiction" am 22. Oktober

Mit dem dritten und letzten Termin endet die Reihe: Am 22. Oktober 2026 (Öffnet in einem neuen Tab)  zeigen wir in der Schauburg Dortmund „Clashing Differences“. Im Anschluss analysieren und diskutieren wir den Film gemeinsam mit Dr.in Münevver Azizoğlu-Bazan.

Das Projekt „Science meets Fiction – Film & Reflexion“ wird aus hochschuleigenen Fördermitteln der FH Dortmund (HiLF) sowie durch den Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften finanziert.


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Prof. Emra Ilgün-Birhimeoglu, Dr.
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