Profil
DriVe2X-Lab: Innovative Forschungs- und Testplattform zur Entwicklung und Validierung vernetzter und automatisierter Mobilitätssysteme
Die Erprobung vernetzter Mobilitätssysteme erfolgt heute häufig entweder im Rahmen kosten- und zeitintensiver Feldversuche oder mithilfe rein simulativer Untersuchungen. Das DriVe2X-Lab der Fachhochschule Dortmund schließt diese Lücke durch eine innovative, flexible und skalierbare Testumgebung, die vernetzte Fahrsimulation, V2X-Kommunikation und mikroskopische Verkehrssimulation in einer integrierten Plattform verbindet.
Durch die Vernetzung von drei Fahrsimulatoren ermöglicht das Labor die Durchführung komplexer Mobilitätsszenarien unter kontrollierten, reproduzierbaren und sicheren Bedingungen. Die Kombination aus Echtzeit-Fahrsimulation, realitätsnaher Verkehrsmodellierung und modernen Kommunikationsschnittstellen schafft eine leistungsfähige Umgebung zur Validierung zukünftiger Mobilitätslösungen bereits in frühen Entwicklungsphasen.
Ein zentraler Anwendungsbereich ist die Untersuchung kooperativer und automatisierter Fahrfunktionen. Hierzu zählen unter anderem die Bewertung von V2X-Nachrichtenübertragung, Kommunikationsqualität und Latenzzeiten, kooperative Fahrmanöver wie Kreuzungskoordination und kooperative Spurwechsel, Platooning-Konzepte sowie Systeme zur Notbremsung und Kollisionsvermeidung. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform die Analyse von Mischverkehrsszenarien mit automatisierten und konventionell gesteuerten Fahrzeugen.
Das DriVe2X-Lab unterstützt sowohl Hardware-in-the-Loop- (HIL) als auch Software-in-the-Loop- (SIL) Untersuchungen. Dadurch können reale Komponenten wie On-Board-Units (OBUs), Roadside-Units (RSUs), Telematiksysteme, Sensorik oder Steuergeräte für automatisiertes Fahren über standardisierte Schnittstellen eingebunden und unter realitätsnahen Bedingungen getestet werden. Ergänzend lassen sich mobile Kommunikationssysteme, beispielsweise auf Basis moderner Mobilfunktechnologien wie 5G/6G, sowie Untersuchungen zur Cyber-Sicherheit integrieren, um die Ende-zu-Ende-Leistungsfähigkeit und Robustheit zukünftiger Mobilitätssysteme umfassend zu bewerten.
Immersive Virtual-Reality-Technologien zur realitätsnahen Simulation vernetzter Mobilitätsszenarien
Durch die Erweiterung mit Virtual-Reality-Technologien kann die Immersion der Versuchsumgebung zusätzlich gesteigert werden. Die Verbindung von vernetzten Fahrsimulatoren, V2X-Kommunikation, mikroskopischer Verkehrssimulation und virtueller Realität eröffnet neue Möglichkeiten für multisensorische und hochrealistische Untersuchungen des menschlichen Fahrverhaltens sowie automatisierter Mobilitätskonzepte.
Das DriVe2X-Lab bietet wesentliche Vorteile gegenüber klassischen Testansätzen:
- Effizientere Entwicklungs- und Validierungsprozesse
- Kostengünstigere Tests durch Reduzierung aufwendiger Realfahrten
- Sichere Untersuchung kritischer und potenziell gefährlicher Fahrsituationen
- Reproduzierbare Testszenarien unter identischen Rahmenbedingungen
Systematische Untersuchung von Grenzfällen ohne Risiko für Personen und Fahrzeuge - Umfangreiche Erfassung von Messdaten für detaillierte Analysen und das Training von KI-Modellen
- Kennzahlenbasierte Bewertung von Systemverhalten und Performance
Vergleichbare und nachvollziehbare Testergebnisse durch kontrollierte Testbedingungen
Damit stellt das DriVe2X-Lab eine vielseitig einsetzbare Forschungs- und Entwicklungsplattform für Wissenschaft, Industrie und öffentliche Einrichtungen dar. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Machbarkeitsstudien und Voruntersuchungen vor Feldtests über die Entwicklung und Validierung intelligenter Mobilitätsalgorithmen bis hin zu regulatorischen Bewertungen und anwendungsorientierten Forschungsprojekten im Bereich vernetzter und automatisierter Mobilität.
Ausstattung
Fahrsimulatoren zur realitätsnahen Erprobung und Validierung kooperativer, vernetzter und V2X-basierter Mobilitätsszenarien
Das Fahrsimulatorlabor ist ein innovativer Raum für die Erprobung vernetzter Mobilität und V2X-Systeme. In diesem Labor werden neue Verkehrsanwendungen sowie moderne Technologien und Kommunikationssysteme in einem realitätsnahen Umfeld entwickelt und getestet. Ziel ist es, die Interaktion zwischen Fahrzeugen sowie die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur zu optimieren. Dadurch soll die Entwicklung autonomer und semi-autonomer Fahrlösungen gefördert und gleichzeitig eine sichere, effiziente und nachhaltige Mobilität der Zukunft gestaltet werden.
V2X-Kommunikationsmodule
- 3x ITS-OB4-OBU mit 2x WLAN, 2x LTE, 2x V2X und 1x GNSS (Commsignia)
- 1x ITS-RS4-RSU mit 1x WLAN, 2x V2X, 1x LTE/4G, 1x GNSS und 1x Bluetooth (Commsignia)
- Programmierbare Dämpfungsglieder zur kontrollierten Nachbildung von Wellenausbreitung, Pfadverlusten und variierenden Funkkanalbedingungen
In-Vehicle Networking
- CAN
- MOST
- Automotive Ethernet
HMI‑Konzepten
- Displays / Head‑Up (AGL)
- VR‑Brillen (Head‑Mounted Displays)
Kontakt
Leitung
Prof. Hugues Tchouankem, Dr.
Dienstags, 10:00-11:00 Uhr nach vorheriger Terminvereinbarung per E-mail



