Wenn Studierende aus Dortmund, Denver und Belgien gemeinsam über Globalisierung diskutieren, entstehen neue Perspektiven und konkrete Forschungsfragen. Die Spring School an der Fachhochschule Dortmund verband Theorie, Praxis und internationalen Austausch.
In welchem Verhältnis steht Globalisierung zu Migration, Sport, Gesellschaft und Kultur? An der Fachhochschule Dortmund suchen Studierende Antworten – in einem Seminar, das Menschen verschiedener Länder zusammenbringt. Gut 30 Teilnehmende der Angewandten Sozialwissenschaften an der FH Dortmund, der Metropolitan State University (MSU) in Denver (USA) und der Odisee University of Applied Sciences in Brüssel (Belgien) haben sich nun zur Spring School auf dem Campus Emil-Figge-Straße getroffen.
Die Spring School ist Teil eines englischsprachigen Seminars von Prof. Dr. Jochem Kotthaus, das Globalisierung nicht nur theoretisch behandelt, sondern auch konkret erlebbar macht. Internationale Perspektiven sind dabei unerlässlich und werden von den Studierenden auch gewünscht. „Der Bedarf an internationalem Austausch ist groß“, sagt Prof. Kotthaus. Deshalb sei zusätzlich zu einem seit Jahren etablierten internationalen Format der Fall School im Herbst nun erstmals auch die Spring School vom 13. bis 18. April angeboten worden. „Internationale Seminare bieten den Studierenden die Möglichkeit, Perspektiven jenseits des eigenen Blickwinkels kennenzulernen und wissenschaftliche Fragen in einem internationalen Umfeld zu schärfen“, ergänzt Prof. Kotthaus. Zugleich förderten sie die Fähigkeit, „komplexe Themen gemeinsam zu bearbeiten und Unterschiede produktiv zu nutzen“.
Einblicke in gesellschaftliche Realitäten vor Ort
Im Mittelpunkt der Spring School 2026 standen grundlegende Konzepte der Globalisierung und aktuelle Debatten. Dabei wurde Prof. Kotthaus von Prof. Nick Recker, Professor für Soziologie und Leiter des Instituts für Soziologie und Anthropologie der MSU, sowie von Madeha Sunzeri, Professorin für Soziale Arbeit an der MSU, unterstützt. Neben der Theorie unternahmen die Studierenden Exkursionen zu Projekten in der Dortmunder Nordstadt und nach Köln. So erhielten sie konkrete Einblicke in gesellschaftliche Realitäten vor Ort.
Parallel diskutierten sie, wie globale Entwicklungen in unterschiedlichen Lebensbereichen sichtbar werden. Gemeinsam mit den Lehrenden entwickelten sie Forschungsfragen für ihre anschließende Seminararbeit. „Der Austausch mit anderen Studierenden gibt dafür einen wichtigen Input und neue Denkanstöße“, so eine Teilnehmerin. Der Dialog wird dabei nicht mit der Abreise der Gäste aus den USA und Belgien enden, sondern digital fortgesetzt.
Im November dieses Jahres findet mit der Fall School zum Thema Familie das nächste große Internationalisierungsprojekt des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften statt, dann zusätzlich mit australischer Beteiligung. Die Spring-School-Reihe soll auch 2027 fortgesetzt werden; ob in Dortmund oder Denver, ist noch offen.
Die Spring School 2026 ist Teil von „USA@250“, dem Jubiläumsprogramm der Stadt Dortmund zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung. Mit dem Netzwerk aus rund 40 Partnern setzt die Stadt Dortmund im Jubiläumsjahr ein Zeichen für die transatlantische Freundschaft. Unter dem Titel „Experiment Democracy“ umfasst das Programm mehr als 80 Veranstaltungen, darunter Konzerte, Ausstellungen und Fachdebatten.